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Gutenberger Votivstatuetten

500 BCE - 1 BCE

  • Burghügel Gutenberg, Balzers, Vaduz, Liechtenstein

Title(s)

  • Gutenberger Votivstatuetten

Date of creation

500 BCE - 1 BCE

Place of conservation

  • Burghügel Gutenberg, Balzers, Vaduz, Liechtenstein
pluralfigurativeportraitdepictedpreciousobjectmythologicalanimalanthropomorphicmultitude/crowd

Summary

Die neun Votivfiguren stammen vom Fundplatz Wanne am Gutenberg (526 Meter ü. M.) in Balzers, wo sie bei Ausgrabungen 1933 zutage traten. Der Hügel ragt rund 50 Meter über dem Alpenrheintal hervor und war bereits seit der Jungsteinzeit kontinuierlich oder zumindest wiederkehrend besiedelt. Die Fundzusammenhänge der neun Bronzestatuetten — sie waren eingebettet in eine asche- und holzkohlehaltige Schicht mit Anteilen von kalzinierten Tierknochen — sprechen für eine Nutzung des Orts als Brandopferplatz. Er wurde von der späten Bronzezeit bis ins 2./1. Jahrhundert BC aufgesucht.

Eindeutig belegt ist ihre Bestimmung als Devotionalie an diesen Ritualorten. Das Darbringen der Opfergaben in einem Feuer, was einer Entmaterialisierung der Objekte gleichkommt, scheint wesentlicher Bestandteil des Ritus gewesen zu sein. Durch das Verbrennen entsteht eine Verbindung zwischen dem Diesseits und einer Anderswelt. Die neun Votivfiguren zeigen jedoch keine Spuren einer sekundärer Feuereinwirkung. Möglicherweise waren sie auf andere Weise in ein Ritual eingebettet und sichtbar an diesem Ritualort aufgestellt — zumindest lassen sich so die Standzapfen und gelochten Standplatten interpretieren.

Das Figurenensemble umfasst sieben anthropomorphe und zwei zoomorphe Darstellungen. Alle sind massiv gegossen und teilweise nachgearbeitet. Die Qualität der Ausführung ist sehr heterogen, ebenso die Grössenvarianz und der Grad der Nachbearbeitung. Es ist davon auszugehen, dass die Figuren — mit Ausnahme von zweien — von unterschiedlichen Handwerkern und zu verschiedenen Zeit hergestellt wurden.

Bei vier der sieben menschlichen Figuren handelt es sich um Kriegerdarstellungen. Sie tragen eine ähnliche Schutzausrüstung und Helme des Typs Negau. Negauerhelme waren über einen Zeitraum von rund 300 Jahren vom 5.-2. Jahrhundert BC im Alpenraum verbreitet. Zwei Statuetten werden aufgrund der kugelig ausgeformten Brüste als Hermaphrodit interpretiert. Als zweigeschlechtliche Wesen verkörpern sie die Fruchtbarkeit schlechthin. Bronzefiguren mit ithyphallischer Darstellung stehen im Kontext der Verehrung von Gottheiten, mit Fruchtbarkeit und Vitalität. Die beiden Tierfiguren, Eber und Hirsch, gelten als Begleiter keltischer Hauptgottheiten.

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